Sonntag, 10. Juli 2016

Unser aller Hausgespenster


Titel: Tjin und die Hausgeister
Autor: Bies van Ede
Seiten: 143
Ausgabe: 1996
Verlag: Edition Anrich
Reise: Mit der Dunkelheit und den Schatten ist das so eine Sache. Ganz besonders der Duschvorhang hat es Tjin angetan. Den muss er nämlich immer anstarren wenn er gerade sein Geschäft erledigt. Als der jedoch eines Tages anfängt mit Tjin zu reden, ist es aus und vorbei mit der Ruhe im Haus. Alles nur wegen seiner neuen Turnschuhe. Was für ein Dilemma!

Als ich klein war hatte ich nie so wirklich Angst vor der Dunkelheit. Aber irgendwann hat mir mal irgendwer dieses Buch geschenkt. Größter Fehler EVER! Denn seitdem trete ich nie zu nah an den Bettrand, sondern springe immer vorher ab. Da unten wartet schließlich der KNÖCHELKNEIFER!
Das ist echt so albern, aber ich mache das ehrlich heute immer noch manchmal, obwohl ich weiss woher die ganze Idee kommt.

Tjin lernt das Vorhanggespenst kennen. Es hat Krallen und ein Maul mit spitzen Zähnen und spukt im Duschvorhang. Dabei hat er in der Schule schon genug Probleme. Seine Eltern wollen ihm keine tollen Markenturnschuhe kaufen und ohne die, ist er bei seinem Klasenkameraden schlecht aufgestellt. Zu allem Überfluss quietschen seine Schuhe ganz fürchterlich. Sogar das Vorhanggespenst hat vor ihnen Angst. Es sagt die klingen wie der Nachtschreck und der ist bekanntlich eines der übelsten Gespenster überhaupt!
Es ist ein sehr fantasievolles Buch, dessen Inhalt sich einem heimlich in die tiefsten Untiefen des Unbewussten frisst und dort lauert. Es wartet dann auf eine dunkle Nacht, in der man dringend auf die Toilette muss und wenn man wieder zurück ins Bett will, sieht man den merkwürdigen Schatten unter dem Bett - moment hat sich da nicht etwas bewegt? War das die Tür, die geknackt hat? Hallo, ist da wer?! ;-)
Diesen Effekt hat das Buch wirklich und nicht nur für Grundschüler, auch im hohen Alter kann man sich noch mit solchen Urängsten infizieren. Das liegt einfach daran das diese immer in uns schlummern. Bei dem einen mehr, bei dem anderen weniger. Aber im Grunde kennt doch fast jeder die Erfahrung eines Klamottenlumpen, der einen in der Nacht anstaart. Oder der Schleicher, der durch das Haus schleicht. Man sieht ihn nie so richtig, aber man weiss das da irgendetwas ist. Hehe.

Eine sehr schöne Geschichte, die natrülich auch zeigt, wie man diese Ängste bekämpft und los wird. Man braucht nur seine Fantaise kurz abschalten.

Eine Story die sehr subtil die Urängste aufgreift und zeigt wie man mit ihnen fertig wird. Ich persönlich würde die Geschichte jetzt nicht für sehr fantasievolle Kinder empfehlen *hüstel hüstel*. Aber andererseits, immer gut wenn man seine Feinde und ihre Schwächen kennt. By the way, wo habe ich meine neuen Qietscheschuhe hingestellt?



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