Samstag, 2. Juli 2016

Die geheime Stunde: Mitternacht

Titel: Midnighters - Die Erwählten
Reihe: Midnighters (Trilogie, abgeschlossen)
Autor: Scott Westerfeld
Seiten: 312
Verlag: Kosmos

Route: Jessica Day wacht um Mitternacht auf, doch irgendetwas ist anders. Alles scheint in einem blauen Licht zu leuchten und nichts bewegt sich. Die Welt steht still. Doch Jessica ist nicht verwundert. Da sie erst kürzlich von Chicago nach Bixby gezogen ist, schiebt sie diese Träume auf die Umstellung. Bixby ist ein kleiner Ort, der vielleicht ein wenig merkwürdig ist, aber da Jessica's Mum hier eine neue Arbeit gefunden hat, finden sich alle damit ab. Alle außer Jess Schwester Beth. Sie hat ein Auge auf ihre große Schwester Jessica und ihr fällt jede kleine Veränderung auf. Zum Beispiel, die Blätter in Jessica's Haaren, die vor einer Sekunde noch nicht da waren. Aber ist wirklich nur eine Sekunde vergangen? Oder hütet Bixby ein Geheimnis, das sich nur um Mitternacht offenbart?

Dieses Buch ist von 2007, also schon neun Jahre alt und war damals eine meiner ersten Urban Fantasy Erfahrungen. Natürlich war ich total begeistert und deshalb wurde es Zeit für ein Re-read. Auch die alten Bücher haben heute noch einiges zu bieten und eine Wiederbelebung schadet nie.

Jessica hat Glück, denn an ihrer neuen Schule hat sie gleich Anschluss gefunden und all ihre Befürchtungen haben sich schnell zerstreut. Jetzt muss sie es nur noch schaffen ihre ganzen Kartons auszuräumen und sich in ihrem neuen Leben einzurichten. Ihr Dad hat seinen Job geopfert und ihre Schwester Beth ging es auch nicht viel besser. Doch im Großen und Ganzen sind sie eine glückliche Familie. Außerdem zahlt Aerospace, der neue Arbeitgeber ihrer Mutter, ganz ordentlich. Jess ist übrigens um Mitternacht geboren und in Bixby ist das etwas ganz besonderes, wie sie leidlich erfahren muss.
Das Buch wird aus 5 Perspektiven geschrieben: Dess, Rex, Melissa, Jonathan und natürlich Jess. Man sollte meinen das dies ein wenig verwirrend ist, aber Scott Westerfeld hat es gut umgesetzt. Das Buch ist ein wenig mehr wie ein Kinderbuch gehalten. Die Kapitel sind kurz und jeder Charakter hat eine eigene Sprache die man sofort identifizieren kann. Ich will nicht sagen das die Figuren alle fantastisch und neuartig sind, aber zumindest bedienen sie sich nicht vieler Klischees. Rex, Dess und Melissa sind zwar Außenseiter, aber Jonathan und Jess nicht. Das lockert das Verhaältnis der fünf gut auf. Interessant sind die Beziehungen der fünf Midnighter untereinander. Hier wird keine schöne heile Freunde Welt gezeichnet, sondern die Realität stand Pate.
Die Idee ist das eigentlich Geniale an der Geschichte. Wer wünscht sich nicht eine zusätzliche Stunde Lebenszeit? Wer fragt sich nicht was um 0.00 Uhr zur Geisterstunde alles möglich ist? Ich finde das Konzept mit der blauen Stunde sehr gut gelungen und durchdacht. Die ganzen Zahlen und Berechnungen, besonders von Dess's Seite, sind zwar verwirrend und für mich wenig nachvollziehbar, dennoch bin ich sicher das alles perfekt passt und Sinn ergibt. Ich habe es nur nicht mit Zahlen, weshalb ich auch nicht versuche mich da hineinzudenken.
Die Dialoge sind etwas dünn gestreut. Da gibt es noch Verbesserungspotential für Band zwei und drei. Dennoch fliegt man förmlich durch die Geschichte. Ich hatte da irgendwie mehr Action in Erinnerung. Auch hier könnte es etwas mehr sein. Dafür gibt es jede Menge Geheimnisse, die es zu ergründen gilt. Sie sorgen für genug Spannung um den Leser gut durchzubringen. Die treibende Kraft ist aber eindeutig die Grundidee. Man will wissen wie sich diese Welt entwickelt und was der Midnight zu Grunde liegt. Wieso sind die Midnighter vor gut 50 Jahren plötzlich verschwunden?
Fragen über Fragen, die mich direkt zu Band 2 geführt haben.

Eine gelungene Geschichte! Nebenbei: Scott Westerfeld ist kein unbekannter Autor. Ich verweise auf seine Ugly's und Pretty's Reihe und sein Steampunkwerk (nur eine kleine Auswahl).
Ich finde die Midnighters Buchreihe darf in keinem gut geführten Urban Fantasy Buchregal fehlen. Deshalb auch einen Stern für die tolle Grundidee. So sieht es aus!


Kommentare:

  1. Scott schreibt richtig gut, wusste gar nicht, dass Kosmos seine Bücher verlegt.

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    1. Wie gesagt das Buch ist von 2007, also schon eine Ecke älter. Ich mag Scott Westerfeld auch sehr gerne.

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