Sonntag, 23. März 2014

Kurz und bündig: Ich bin Tess - Notizbuchaktion


Titel: Ich bin Tess
Reihe: Einzelband
Autor: Lottie Moggach
Seiten: 349
Verlag: Script5

Lesekatze hat auf Ihrem Blog: hier, klick mich! eine Aktion gestartet, bei der wir das tun durften, was ein Bücherliebhaber nie tun würde - in das Buch kritzeln. Jawohl, richtig gelesen, alle Teilnehmer kritzeln, malen, schreiben, unterstreichen, zeichnen in diesem Buch herum. Nicht etwas mit Bleistift, sondern permanent, mit normalen Stiften, unzerstörbar.
Mir hat die Idee damlas ausgezeichnet gefallen und somit, kam ich jetzt in den Genuß (wie man es nimmt) oben angegebenes Buch lesen zu können.

Das coolste am ganzen Buch waren die Kommentare meiner Vorleserinnen und das sagt dann auch aus, wie mir dieses Stück Literatur gefallen hat. Ich hatte zwar durchaus Spaß beim Lesen, anfangs auch noch der Handlung wegen. Später nur noch durch meine wohl immer "netter" werdenden Kritzelein, die ich auf den Seiten hinterlassen habe.

Kurz und bündig:
Leila's Mutter stirbt an MS und so kommt es das sie nun alleine da steht. Ihren Vater hat sie nie kennengelernt (interessiert sie auch nicht). Sie schließt sich einer Online Community an die sich Red Pill, in Anspielung auf einen bekannten Film, nennt. Dort geht es um philosopische Themen und Leila findet schnell gefallen an den Diskussionen. Eines Tages kommt Adrian, der Leiter des Forums, auf sie zu und fragt ob sie sich einer delikaten Aufgabe gewachsen fühle. Sie soll für einen Menschen die Online Idendität übernehmen, der sich umbringen möchte. Dieser Mensch ist Tess.

Ich war froh als das Buch zu Ende war. Heilige Honigkuchen war das *piiiiiep*!
Die Protagonistin hat sich nicht entwickelt, sie hat null dazu gelernt und war dazu noch so weltfremd, wie man nur sein kann. Vermutlich war sie PC abhängig, falls es das überhaupt gibt. Sie hatte kein Sozialleben und praktischerweise eine Arbeit in der sie nicht vor die Tür musste. Wie realistisch ist das bitte?! Aber okay, sagen wir da hatte sie einfach "Glück". Es gibt Studien über Menschen die nie Kontakt zu anderen Lebewesen hatten und Überraschung: sie sind alle gestorben! (Okay, schlechter Vergleich, ich weiss.)
Aber Leila geht es vollkommen gut und sie hat auch sonst keine Probleme, außer vielleicht das sie sich etwas zu dick findet. Man kann nicht einmal behaupten sie ist total schüchtern, das ist sie nicht. Das einzige was in dieser Lebenssituation wirklich Sinn ergeben hat, war das sie Leute nicht einschätzen konnte und auch Interaktionen - also Gesagtes -  nicht deuten konnte (z.B. Ironie).
Ganz deutlich wurde das an einer Stelle des Endes, als sie mit Connor redet (nein macht Euch keine Hoffnungen in Richtung Liebe). Diese Situation ist so falsch einfach und die Protagonistin bringt es fertig das bescheuerteste, was man in dieser Situation nur sagen kann, tatsächlich rauszuhauen. An dieser Stelle schrieb ich OMG! an die Seite. Das Schlimmste an Leila ist, das sie nichts dazu lernt, sondern immer noch auf ihrer Meinung beharrt. Was total irrsinnig ist und nur zeigt wie sturr, unflexibel und intolerant sie ist. Ich glaube sie und Adrian hätten perfekt zusammen gepasst. (Mal davon abgesehen, das zwischen denen ein riesen Altersunterschied lag *schüttel*.) Für mich war sie auch nicht unbediengt in Connor verliebt, sondern das ging in Richtung Bessenheit und ich glaube, dass sie selbst irgendeine psychische Störung hat. Welcher halbwegs nachdenkliche, normale Mensch würde denn so denken, handeln und Leben wollen?! Ohne Ziele im Leben?! Hilfe!
Davon abgesehen das sie sich nur von Keksen und Chips ernährt und NATÜRLICH keine gesundheitlichen Probleme davon trägt. Oder wie sie später ihren Lebensunterhalt bestreitet. Sie ist auch nie krank und überhaupt! *Haare rauf*
Ich fand es so *piiiiiiiep* das es am Ende keine moralische Lösung gab. Nicht einmal den Versuch - und naürlich ist dies ein schweres Thema - aber zumindest eine philosopische Lösung wäre doch drin gewesen, oder?
Der Charakter Tess war dagegen sehr gut dargestellt, das einzig positive soweit, denn sie war wirklich krank.
Leider war auch die Handlung sehr vorhersehbar. Nicht in allen Details, aber das große Ganze konnte man noch vor der Hälfte weissagen. Schriftstellerisches Können... sieht für mich anders aus.

Kommentare:

  1. Na da bin ja mal gespannt, wenn ich das Buch bekomme, was ich alles zu lesen haben werde von euren Kritzeleien ;-)
    Bin aber noch sehr weit hinten auf der Liste... wird noch eine Weile dauern bis das Buch bei mir ist, dafür werde ich mich gut durch die Kommentare sehr amüsieren können.
    War das Buch tatsächlich so...Piep? Habe bis jetzt nicht viel positives drüber gehört. Schade...
    Aber deine Rezi finde ich toll! So schön ehrlich! Das mag ich :-)
    lg Federzauber

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  2. Hey =) Du hast scheinbar das Buch nicht verstanden.... ist mir schon bei den Notizen aufgefallen: Es gibt zwei Mädchen: Leila und Tess. Tess ist die, die Depressionen hat und Leila, deren Mutter an MS gestorben ist und die nun die Rolle der Tess übernehmen soll.
    nun gut, ich habe das Buch jetzt auch gelesen und schicke es weiter =) Kannst ja mal meine Rezension morgen anschauen. LG Cörnchen

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    1. Ich bin sicher das ich das Buch verstanden habe. Ich weiss auch das es 2 Personen sind und es ist nicht Tess derren Verhalten unmöglich ist, sondern Leila. Das Tess krank ist, ist ja klar. Aber Leila wird im Buch als nicht krank dargestellt und das macht ihre Handlungen umso schlimmer unverständlich.

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    2. *tot lach* Mir fällt gerade auf, das ich die ganze Zeit von Tess geschrieben habe. Also ganz ehrlich - das Buch hat es geschafft mich glauben zu machen das Tess die Hauptdarstellerin war. Man, wie peinlich. Natürlich ging es um Leila :D. Also mangelnde Überzeugungskraft kann man der Autorin dann wohl nicht vorwerfen.

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